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Montag, 22. Februar 2021

Bittere Pleite in Frankfurt

Seit dem Gewinn der Klub-WM läuft beim FC Bayern nicht mehr viel zusammen. Erst das peinliche Remis gegen Arminia Bielefeld und dann folgte eine Niederlage bei Eintracht Frankfurt im Topspiel. Wobei das 1:2 in Frankfurt allerdings völlig unnötig und auch definitiv unverdient war. Aber eine schwache erste halbe Stunde und die obligatorischen Defensivfehler verhinderten einen oder gar drei Punkte in Frankfurt. In der zweiten Halbzeit spielte der FC Bayern die Frankfurter an die Wand, mehr als ein Bayern-Treffer sprang dabei aber nicht heraus.

Der FC Bayern mußte in das Topspiel erneut personell arg gebeutelt gehen. Alexander Nübel, Tanguy Nianzou, Corentin Tolisso, Serge Gnabry, Douglas Costa (alle verletzt) und Benjamin Pavard und Thomas Müller (beide Quarantäne) fielen allesamt aus. Dafür waren wenigstens Jerome Boateng, Leon Goretzka und Javier Martinez, die zuletzt auch fehlten, wieder im Kader.

Boateng stand auch gleich in der Startelf neben David Alaba in der Innenverteidigung. Niklas Süle ersetzte Pavard als Außenverteidiger. Joshua Kimmich rückte wieder in die Anfangsformation. Was man aber kritisieren muß ist, warum Goretzka zunächst auf der Bank saß und dafür Marc Roca spielte. Roca zeigte eine extrem schwache Vorstellung, zur zweiten Halbzeit kam dann Goretzka für ihn. Ebenfalls zu kritisieren ist der Startelfeinsatz von Choupo-Moting. Komplett schwach was Choupo-Moting ablieferte. Warum bekam nicht das Talent Jamal Musiala eine Chance? Erst kurz vor Schluß wurde Musiala eingewechselt, als es eigentlich schon zu spät war. Bei Spielern wie Roca, Choupo-Moting oder auch Bouna Sarr, der in Frankfurt nicht zum Einsatz kam, muß man sich wirklich fragen, ob die bundesligatauglich sind. Die Personalpolitik muß man langsam mal in Frage stellen. Wenn beim FC Bayern alle fit sind, dann hat man ohne Frage ein Topteam beisammen, das alles gewinnen kann. Aber wenn dann mal, wie aktuell, ein paar Leistungsträger ausfallen, dann kommt von der Bank nicht viel nach und der Qualitätsverlust ist deutlich. Gerade ein Thomas Müller fehlt an allen Ecken und Enden und ist schlicht und einfach nicht zu ersetzen. 

Unverständlich sind die Wechsel. In der Schlußphase in Frankfurt wurden bei Rückstand (!) mit Lucas Hernandez (für Offensivflitzer Kingsley Coman) und mit Javier Martinez (für Offensivspieler Leroy Sane) zwei defensive Spieler eingewechselt. Was denkt sich Hansi Flick mit derartigen unsinnigen Wechseln? 

Wann bekommt Flick endlich diese desolate Abwehr in den Griff? Was wird im Training eigentlich trainiert? Auch in Frankfurt wieder unnötige Gegentore kassiert. Mit so einer Abwehr wird man wohl kaum Deutscher Meister.

Die erste halbe Stunde fand der FC Bayern in Frankfurt überhaupt nicht ins Spiel und hatte keinen Zugriff. Die Frankfurter dagegen waren effizient und nutzen ihre wenigen Gelegenheiten aus. So brachte Kamada die Frankfurter früh in Führung, die später der Frankfurter Younes sogar noch ausbauen konnte. Beide Gegentreffer hätten verhindert werden können. Erst nach dem 0:2 wachte der FC Bayern so langsam auf und hatte dann auch Chancen. Aber Kingsley Coman, Niklas Süle, Joshua Kimmich und Eric Maxim Choupo-Moting scheiterten bei ihren Abschlüssen. Kurz vor der Pause vergab der Frankfurter Toure noch eine Gelegenheit, aber ein drittes Frankfurter Tor wäre des Schlechten auch zu viel gewesen. So ging es mit einem völlig unnötigen 0:2-Rückstand in die Halbzeit.

In der zweiten Hälfte zeigte der FC Bayern dann endlich ein anderes Gesicht. Es entwickelte sich ein Spiel auf ein Tor, auf das Tor der Frankfurter. Phasenweise spielte der FC Bayern die Frankfurter an die Wand. Robert Lewandowski sorgte dann relativ früh im zweiten Durchgang für den Anschlußtreffer und brachte den FC Bayern zurück ins Spiel. Der FC Bayern kam in der Folge zu weiteren Gelegenheiten, aber weder Leon Goretzka, noch Kingsley Coman, Niklas Süle, Leroy Sane oder der eingewechselte Musiala konnten den verdienten Ausgleich erzielen. Von den Frankfurtern kam im zweiten Durchgang offensiv kaum etwas, erst kurz vor Schluß hatten die Frankfurter durch Kostic noch eine gute Gelegenheit. Es blieb aber am Ende beim unterm Strich äußerst glücklichen und unverdienten Sieg der Frankfurter. Der FC Bayern hatte bei den Torschüssen ein klares Übergewicht und auch deutlich mehr Ballbesitz. Die Fakten belegen einen unverdienten Frankfurter Sieg. Aber der FC Bayern hat es sich am Ende durch eine verschlafende erste halbe Stunde und erneute Abwehrprobleme selbst zuzuschreiben. Wäre der FC Bayern von Anfang an so aufgetreten wie in der zweiten Halbzeit, dann hätte nur der FC Bayern das Spiel gewinnen können.

Durch die Niederlage in Frankfurt hat der FC Bayern in nicht mal einer Woche fast seinen kompletten Vorsprung von ehemals sieben Punkten verspielt und führt die Bundesliga-Tabelle nur noch mit zwei Punkten Vorsprung vor dem Tabellenzweiten RB Leipzig an. Unglaublich. Und auch der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt kommen immer näher. Das Beunruhigende dabei ist, dass Leipzig, Wolfsburg und Frankfurt einfach munter ihre Spiele ständig gewinnen und sehr konstant sind. 

Für den FC Bayern geht es bereits morgen am Dienstag weiter. Dann steht das nächste sehr schwere Spiel an. Der FC Bayern muß ich Achtelfinal-Hinspiel der Champions League bei Lazio Rom antreten. Da droht die nächste Niederlage. Der FC Bayern muß jetzt extrem aufpassen, ansonsten könnte diese Saison noch im Fiasko enden. Gut, zwei Supercups und die Klub-WM wurden in dieser Saison gewonnen, aber bei den anderen Wettbewerben drohen die Felle davon zu schwimmen. Im DFB-Pokal ist der FC Bayern bereits ausgeschieden, in der Meisterschaft den Vorsprung praktisch verspielt und in der Champions League im Achtelfinale eine hohe Hürde vor der Brust. Dazu eine angespannte Personalsituation. Vor dieser Saison hatten die Spieler des FC Bayern nur wenig Urlaub, keine richtige Saisonvorbereitung, kaum eine Winterpause und ein eng getakteter Spielplan in Bundesliga und Champions League plus die Extraspiele in den Supercups und der Klub-WM und extreme Personalprobleme. Muß der FC Bayern für die widrigen und nicht normalen Umstände ausgerechnet in der entscheidenden Phase der Saison Tribut zollen? Mannschaften wie der VfL Wolfsburg und Eintracht Frankfurt haben es da deutlich angenehmer und bei weiten nicht diesen Stress.




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