Welch ein verrücktes Bundesligaspiel des FC Bayern in Mainz. Beim Auswärtsspiel bei Mainz 05 hatte der FC Bayern kräftig rotiert zwischen dem Pokalspiel in Leverkusen und dem Halbfinal-Hinspiel in der Champions League in Paris. Nach einer desolaten ersten Halbzeit sah es nach einer Blamage für das runderneuerte Team des FC Bayern aus. 0:3-Rückstand. Aber in der zweiten Halbzeit konnte der FC Bayern, auch weil einige Stammkräfte ins Spiel kamen, die Partie noch drehen und mit 4:3 gewinnen.
Dem FC Bayern fehlten auch in Mainz Lennart Karl, Tom Bischof, Serge Gnabry und Sven Ulreich (alle verletzt). Zudem standen Joshua Kimmich und Dayot Upamecano wegen Schonung nicht im Kader. Manuel Neuer, Harry Kane, Michael Olise, Jamal Musiala, Jonathan Tah und Josip Stanisic saßen u.a. zunächst nur auf der Bank. Bis auf Neuer wurden aber alle genannten noch eingewechselt im Laufe der Partie. Jonas Urbig vertrat Neuer im Tor. Minjae Kim und Hiroki Ito bildeten die Innenverteidigung. Alphonso Davies verteidigte außen. Die größte Überraschung gab es im Mittelfeld. Neben Alexandar Pavolovic stand Nachwuchsspieler Ndiaya in der Startelf. Offensiv agierten Lius Diaz, Leon Goretzka und Raphael Guerreiro hinter Stürmer Nicolas Jackson.
Zwar Begann der FC Bayern mit viel Ballbesitz und hatte durch Guerreiro die ersten Abschlüsse, aber Mainz nutzte gleich seine erste Gelegenheit zur Führung durch Kohr. Danach lief beim FC Bayern nicht mehr viel zusammen und die Mainzer kamen auf und hatten Chancen. Aber Mwene, Becker und Amiri vergaben. Und dann legten die Mainzer nach. Nebel erhöhte. Der FC Bayern war in dieser Phase völlig von der Rolle. Kurz vor der Pause endlich mal wieder eine Torchance für den FC Bayern durch Davies. In der Nachspielzeit der ersten Hälfte dann tatsächlich noch der dritte Gegentreffer. Erst traf Amiri die Latte des Bayern-Tores, aber Becker drückte ihn rein. 0:3 zur Pause. Unfassbar.
Zur zweiten Halbzeit kamen dann Harry Kane und Michael Olise in die Partie und belebten sofort das Bayern-Spiel. Zunächst eine Chance für den FC Bayern durch Nicolas Jackson, kurz darauf ein Abschluss von Konrad Laimer. Beim FC Bayern war jetzt mehr Zug im Spiel und da fiel auch schon der Anschluss. Jackson verkürzte auf 3:1. Den nächsten Abschluss für den FC Bayern hatte dann wieder Jackson. Nächste Möglichkeit für den FC Bayern durch den eingewechselten Jamal Musiala. Und dann war der Anschlusstreffer da. Michael Olise zirkelte den Ball ins Mainzer Tor. Der FC Bayern dominierte mittlerweile klar die Partie, von den Mainzern kam offensiv nichts mehr und dann fiel der Ausgleich. Jamal Musiala machte das 3:3. Und nur wenig später konnte der FC Bayern dann die Partie sogar komplett drehen. Harry Kane netzte zum 4:3 für den FC Bayern ein. In der Nachspielzeit hatten die Mainzer durch Sano noch einen Abschluss, aber es passierte nichts mehr. In einem irren Fußballspiel gewann der FC Bayern nach 0:3-Rückstand noch mit 4:3 in Mainz. Nach einer schwachen ersten Halbzeit, die der FC Bayern so nicht stehen lassen konnte, zeigte der FC Bayern Moral und Mentalität und gewann nach einer dominanten zweiten Halbzeit verdient. Allerdings muss auch über die erste Halbzeit gesprochen werden, denn so wie in der ersten Hälfte darf sich ein FC Bayern nicht präsentieren. Rotation hin, Belastungssteuerung her, aber das war in Mainz dann doch etwas zu viel des Guten. Man kann ja auf drei, vier Positionen mal frische Kräfte bringen, aber man sollte es nicht übertreiben wie in Mainz. Was dann passieren kann hat man in der ersten Halbzeit gesehen. Nur durch unfassbare Mentalität und weil einige Stammkräfte ins Spiel kamen, die das Spiel sofort veränderten, war es noch möglich das Spiel zu drehen. Auch wenn man schon als Deutscher Meister fest steht sollten die letzten Bundesligaspiele dieser Saison seriös zu Ende gespielt werden.
In der Bundesligatabelle liegt der FC Bayern weiter 15 Punkte vor dem Tabellenzweiten Borussia Dortmund.
Bereits morgen am Dienstag geht es für den FC Bayern weiter. Dann kommt es zum Showdown in der Champions League mit dem Titelverteidiger Paris St. Germain. Halbfinal-Hinspiel in Paris. Die letzten Duelle der beiden Teams in der Champions League verliefen recht erfreulich für den FC Bayern, allerdings bei der Klub-WM im letzten Jahr siegte Paris. Es wird wohl ein Duell auf Augenhöhe, das vorweggenommene Endspiel, bei dem Kleinigkeiten und die bessere Tagesform entscheidend sein können. Der ultimative Härtetest für den FC Bayern. Vor allem sollte die Defensive des FC Bayern dann wieder besser stehen. Acht Gegentore in den letzten vier Pflichtspielen ist dann doch etwas zu viel.

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